Haltung - Uwes Pfirsichkoepfchen

U.Eberhardt
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                          Haltung


Pfirsichköpfchen (agapornis fischeri), auch bekannt als Liebesvögel oder Unzertrennliche, gehören zu den Agaporniden. Sie kommen ursprünglich aus dem nördlichen Tansania, wo sie in größeren Schwärmen Inseln im Viktoriasee bevölkern und sich in Gebirgen zwischen 1000 und 1700m Höhe aufhalten. Aber auch in landwirtschaftlich kultivierten Gebieten fühlen sie sich sehr wohl, denn dort gibt es ein reichliches Nahrungsangebot und das fast das ganze Jahr über. Dabei richten sie auf den Feldern und Plantagen der dortigen Bauern verheerende Schäden an, wurden und werden deshalb auch bejagt.

Pfirsichköpfchen lassen sich nur dort nieder, wo genug Wasser ganzjährig zum Trinken und Baden vorhanden ist. Sie lieben das Bad und befeuchten in der Brutzeit gern ihr Gefieder, um die Eier des Geleges etwas feucht zu halten, die Eierschale der Nachkommen ist dann etwas weicher und die Jungvögel können leichter schlüpfen.

Der Name Agapornis kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Liebesvogel. Und tatsächlich, beobachtet man Pfirsichköpfchen, wird man bemerken, dass sich immer kleine Partnerschaften oder Grüppchen bilden. Dabei schmusen sie  gern miteinander, betreiben gegenseitig Körperpflege und gehen mit ihrem Partner, einmal für ihr ganzes Leben gewählt, sehr liebevoll um.

Pfirsichköpfchen sind sehr gesellige Tiere und sollten immer mindestens als Paar gehalten werden, je mehr Vögel in einer Gruppe, desto wohler fühlen sie sich. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass sich auch gleichgeschlechtliche Vögel gut miteinander verstehen und keine Probleme untereinander haben.

ACHTUNG! Pfirsichköpfchen werden NICHT zahm, sind sehr scheu und schreckhaft. Sie sind NICHT als Haustiere für Kinder zum Spielen und Kuscheln geeignet. Ihr sehr kräftiger Schnabel kann schon mal die Finger blutig beißen. Auch sonst können diese Vögel eine Menge Schaden anrichten (siehe nachfolgende Fotos).  

Ich habe drei Zuchtpärchen in Voliere 2 in der Loggia unserer Küche. Dort ist immer frische Luft und Sonne (Westseite). Abends, bei Sonnenuntergang, wenn es im Sommer auch nicht mehr so warm ist, nehmen die Vögel gern ein Sonnenbad. Um nicht zu überhitzen, sollten sie aber auch genug Schatten zur Verfügung haben.

Pfirsichköpfchen brauchen viel Material zum Knabbern. Dabei schärfen und kräftigen sie ihre Schnäbel und nehmen notwendige Mineralstoffe über verschiedene Mineralsteine auf. Ich gebe ihnen sehr oft frische Weidentriebe  (Trauerweide, Korkenzieherweide), Triebe von Obstgehölzen wie Pfirsich, Aprikose, Apfel, aber auch Haselnuss nehmen sie gern. Sie schälen diese Zweige  sehr gründlich ab, entnehmen daraus ebenfalls Mineralstoffe und benutzen die Rinde als Grundlage für ihren Nestbau in den Nistkästen.

Meine Pfirsichköpfchen lasse ich regelmäßig in unserer Küche fliegen. Das ist natürlich sehr problematisch. Zum einen machen sie sehr viel Dreck. Zum anderen knabbern sie alles, aber wirklich auch alles an, was nicht niet- und nagelfest ist wie Küchenmöbel, Lampenkabel, Fenstergummis, Jalousetten, Tapeten, alles was aus Holz ist und vieles mehr. Sie machen unheimlich viel Unsinn, sind neugierig und müssen alles probieren, ob es sich nicht irgendwie bewegen und wegtragen lässt oder ob es gut schmeckt.

Alle Grünpflanzen im Raum sind binnen kürzester Zeit kahl geknabbert. Diese und vor allem giftige Pflanzen sollten daher unbedingt aus dem Freiflugraum entfernt werden, wenn man Wert auf seine Pflanzen legt oder seine Pfirsichköpfchen behalten möchte.

Für Nistkästen, Sitzstangen, Sitzbretter und dergleichen verwende ich ausschließlich unbehandeltes Holz oder Äste von Bäumen und Sträuchern aus der Natur. Jeder Lack, jede Lasur, jedes Bindemittel und jeder Klebstoff z.B. in Spanplatten oder im Sperrholz birgt die Gefahr, dass die Vögel durch Beknabbern Schaden nehmen.

Um im Sommer das Fenster trotz Freiflug meiner Vögel öffnen zu können, habe ich einen Rahmen für Fliegengitter mit Edelstahlgage bespannt und in der Fensteröffnung angebracht. So ist jederzeit für Frischluft gesorgt und die Kleinen können nicht ausbüxen.

Die SAUBERKEIT in den Volieren ist sehr wichtig. Es kann passieren, dass sich Kleinstinsekten wie z.B. Milben in den Volieren einnisten. Diese sind für die Vögel sehr lästig, greifen das Federkleid an und können den Vögeln richtig schaden. Deshalb sollten alle Futter- und Wassernäpfe täglich zur Fütterung mit heißem Wasser ausgewaschen werden.

Als Einstreu für den Volierenboden nehme ich groben Papageiensand mit Anis und Kalk. Dieser sollte wöchentlich erneuert werden, da wie viele Vögel auch Pfirsichköpfchen gern ein Sandbad machen. Unsauberer Sand kann für Krankheiten sorgen.

Auch die Sitzbretter und Sitzstangen sollten regelmäßig heiß abgewaschen werden. Nistkästen können in der Brutzeit nur sehr unzureichend gereinigt werden, dazu gehe ich aber auf der Seite "Zucht" etwas genauer ein.

Die Volierengitter sollten ebenfalls regelmäßig gereinigt werden. Dazu nehme ich eine handelsübliche Abwaschbürste, für die Zwischenräume unterschiedlich große Flaschenbürsten, und ganz normales heißes Wasser mit einem Spülmittel und etwas Essig.
Für Ritzen und Problemstellen benutze ich TRIXIE Universal-Hygienespray, welches als Desinfektionmittel, Insektizid und Deodorant wirkt.

Damit sollten auch regelmäßig alle Dinge in der Voliere besprüht werden, mit denen die Vögel in Kontakt kommen können. Nach dem Besprühen müssen die Vögel unbedingt der Voliere noch etwas fern bleiben, siehe Gebrauchsanweisung.
aktualisiert am: 17.11.2020 Autor & Datenpflege: Uwe Eberhardt Phone: +49 170 7566025 Mail: Uwes-Pfirsichkoepfchen@web.de
aktualisiert am: 16.05.2017 Autor & Datenpflege: Uwe Eberhardt Phone: +49 170 7566025 Mail: Uwes-Pfirsichkoepfchen@web.de
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